Die Sonderausstellung des Kreises Euskirchen „Butterbrot – ein Jahr Gefängnis…“, die zunächst im Foyer der Euskirchener Kreisverwaltung gezeigt wurde, ist seit der Eröffnung am Dienstag, 19. Mai 2026, im Sonderausstellungsraum in Vogelsang IP zu besichtigen. Die großformatigen Ausstellungstafeln thematisieren das Schicksal von Frauen aus der Region, die im Nationalsozialismus wegen freundlicher Gesten gegenüber polnischen Zwangsarbeitern in die Fänge der Gestapo gerieten und wegen „verbotener Kontakte“ ins Konzentrationslager Ravensbrück eingewiesen wurden.
Näheres dazu auf der Internet-Seite von Vogelsang IP:
Zwei Jahrzehnte alt wurde im Dezember 2025 das Dokumentations- und Begegnungshaus der Gedenkstätte SS-Sonderlager / KZ Hinzert rund 30 Kilometer östlich von Trier. Es handelt sich um das von der Nordeifel aus nächstgelegene ehemalige nationalsozialistische Konzentrationslager.
Die Eröffnung hatte am Internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember 2005, stattgefunden. Damals wurde das architektonisch einzigartige Dokumentations- und Begegnungshaus von den damaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Luxemburg, Kurt Beck und Jean-Claude Juncker in Anwesenheit zahlreicher Überlebender des Lagers und deren Angehörigen eröffnet. Das Bauwerk, dessen Gestaltung bis heute als öffentliche Provokation in der Landschaft steht, hat seither viele Architekturpreise erhalten. Hunderttausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt besuchten die Anlage. Geführt wird sie unter der Regie der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB).
Kurt Beck nahm auch am Freitag, 12. Dezember 2025, an der 20-Jahr-Feier der Gedenkstätte teil. Bei der Veranstaltung blickten die Redner auf die Gründungsgeschichte der Gedenkstätte zurück. Bernhard Kukatzki, Direktor der LpB, wies daraufhin, dass die Landeszentrale schon 1992 in ihrer Gedenkstättenkonzeption den notwendigen Neubau des 2005 eröffneten Dokumentations- und Begegnungshauses und des Informationssystems der „Stätten der Unmenschlichkeit“ vorsah. Seitdem hat die LpB zahlreiche Dokumentationen publiziert, die Errichtung der Schutzhütten an den ehemaligen Massengräbern durchgeführt und mit internationalen Treffen ehemaliger Deportierter und mit zahlreichen Projekten im In- und Ausland die Gedenkstättenarbeit in Hinzert betrieben. Dabei kooperierte sie regelmäßig mit den Verbänden der ehemaligen Deportierten aus Luxemburg und Frankreich und dem Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V.
In den vergangenen 30 Jahren hat Hinzert die Zusammenarbeit zwischen den Gedenkarbeitsgruppen in Europa, insbesondere aus Luxemburg und Frankreich, gestärkt und verzeichnet deutlich wachsende Besucherzahlen.
Katharina Heil, Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, betonte in ihrer Begrüßungsrede: „Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand das KZ Hinzert für Jahrzehnte nahezu vollständig aus dem öffentlichen Bewusstsein. Erst durch die Gründung des Fördervereins im Jahr 1989 und die Eröffnung des Dokumentations- und Begegnungshauses am 10. Dezember 2005 wurde der Grundstein für eine Gedenkstätte gelegt. Heute erinnert die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert an die Opfer des Nationalsozialismus und macht deutlich, dass Erinnern auch politische Verantwortung bedeutet.“
Der Vorsitzende des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert e.V., Dieter Burgard, stellte heraus, dass „gerade hier jungen Menschen aufgezeigt wird, was es für Konsequenzen hat, wenn Demokratie zerstört wird und Unmenschlichkeit herrscht.“ An der abschließenden Gesprächsrunde nahmen auch der damalige Ministerpräsident Kurt Beck und Albert Hansen, Amicale des Anciens de Hinzert, Luxemburg, teil.
Die Leiterin der Gedenkstätte SS-Sonderlager / KZ Hinzert, Dr. Sabine Arend, stellte nach der Diskussionsrunde das neue Projekt vor, das sich den ehemaligen Außenlagern des KZ widmet und präsentierte exemplarisch drei Roll-Ups, in denen erste Außenlager vorgestellt wurden. Die Referatsleiterin für Gedenkarbeit in der Landeszentrale, Kathrin Künstler, richtete den Blick in die Zukunft der Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz.
Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert bestand von 1939 bis 1945. Ursprünglich Polizeihaftlager und SS-Sonderlager für nicht konforme Westwall-Arbeiter, wurde es während des Zweiten Weltkriegs ein Konzentrationslager für Deportierte aus den besetzten Ländern. Das Lager bestand bis März 1945. Kurz vor der Ankunft amerikanischer Truppen wurde es teilweise geräumt. Die meisten Gefangenen wurden zu Fuß unter Bewachung auf einen Todesmarsch zum KZ Buchenwald geschickt. Gesichert sind mindestens 10.000 Häftlinge und 321 Todesfälle im KZ Hinzert. (fa, mit der Pressemitteilung des LzB RLP)
Zum 80. Jahrestag des Kriegsendes brachte der Heimatverein Uedelhoven in Kooperation mit der Gemeinde Blankenheim, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie lokalen Initiativen vom 1. bis zum 14. September 2025 die interaktive Wanderausstellung „Erinnern und engagieren digital“ des Anne-Frank-Zentrums Berlin ins Eifelmuseum nach Blankenheim. Begleitet wurde die Ausstellung von einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm, das zur Auseinandersetzung mit Geschichte und zur aktiven Mitgestaltung der Erinnerungskultur einladen soll.
Das ‚Haus Risa‘ am Ortsrand von Mechernich-Kalenberg war von 1941 bis 1943 das sogenannte ‚Judenlager‘ des Kreises Schleiden. Die letzten noch nicht deportierten Jüdinnen und Juden des Schleidener Landes mussten damals unter dem Zwang nationalsozialistischer Akteure ihre eigenen Häuser verlassen und im ‚Haus Risa‘ unter sehr schlechten Bedingungen auf den Transport in die Vernichtungslager im Osten warten. Ein besonders eindrückliches Zeugnis dieser Zeit ist der auffallend schöne Fliesenboden im Flur des Hauses, der Jahrzehnte vorher verlegt wurde, als das Haus der Bergbauverwaltung diente. 1941 bis 1943 gingen allerdings viele der im „Judenlager“ internierten Opfer über diesen Fußboden ihren letzten Weg in die Vernichtungslager.
Als im Herbst Pläne für den Abriss und Neubau des Gebäudes bekannt wurden, erinnerten regionale Akteure der Erinnerungspolitik an die Bedeutung dieses Ortes. In einer konzertierten Aktion wurde der Flur-Fußboden geborgen und im Arsenal des LVR-Museums Kommern eingelagert. Das Museum plant, diese authentische Holocaust-Spur aus der Region in einer zukünftigen Ausstellung zur Judenverfolgung im Nationalsozialismus zu präsentieren.
Am ‚Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen‘ eröffnete Landrat Markus Ramers im Foyer der Kreisverwaltung in Euskirchen eine von der Kreisarchivarin Heike Pütz erstellte bemerkenswerte Ausstellung. Sie präsentiert die Schicksale von 20 Frauen, die in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft in die Fänge von Gestapo und SS gerieten, weil sie sich menschlich und mit Zuneigung gegenüber männlichen ausländischen Zwangsarbeitern verhalten hatten. Dieses Kapitel nationalsozialistischer Regionalgeschichte ist bislang weithin unerforscht. Insofern erschließt die empfehlenswerte Ausstellung historisches Neuland.
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